Körperpflege bei Pflegebedürftigkeit

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Die regelmäßige Körperpflege ist nicht nur wichtig für das eigene Wohlempfinden, sondern dient auch dazu, die Gesundheit zu erhalten. Eine gründliche Mundhygiene kann beispielsweise Zahnerkrankungen vorbeugen, und mit den richtigen Pflegeprodukten können Hautprobleme vermieden werden. Dies gilt selbstverständlich auch für ältere und pflegebedürftige Personen. Wenn diese aufgrund von körperlichen Einschränkungen die tägliche Körperpflege nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr alleine bewältigen können, ist seitens der Angehörigen oder des Pflegepersonals einfühlsame Hilfe notwendig.

Hilfe nach Maß

Da eine ausreichende Körperpflege unbedingt lebensnotwendig ist, wird eine entsprechende Unterstützung von der Pflegeversicherung übernommen. Sie ist dabei Teil der Grundpflege (Pflegestufe 0 – 3 bzw. seit 2017 Pflegegrad 2 – 5), die als Sachleistung der Pflegekasse in Anspruch genommen werden kann, wenn ein zugelassener ambulanter Pflegedienst damit beauftragt wird. Gerade zu Beginn einer Pflegebedürftigkeit sind aber auch die Angehörigen gefragt, da ambulante Pflegedienste oft nur für kurze Zeit nach Hause kommen, um die wichtigsten Verrichtungen zu erledigen. Diese Situation kann für alle Beteiligten sehr belastend sein, weshalb es sinnvoll ist, einen Pflegekurs für Angehörige zu besuchen, in dem alle notwendigen Handgriffe erlernt werden können.

Grundsätzlich sollte auf die noch vorhandenen Fähigkeiten des Pflegebedürftigen Rücksicht genommen und Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden. Von enormer Bedeutung ist auch die Schaffung einer vertrauensvollen Atmosphäre, in der nicht nur vergleichsweise simple Tätigkeiten wie Zähneputzen oder Haarewaschen, sondern die Säuberung nach dem Toilettengang und die Intimpflege entspannt verrichtet werden können. Durch eine taktvollen Umgang kann die pflegebedürftige Person ihre Würde bewahren, und auch Konflikte können vermieden werden.

Altersgerechte Körperpflege

Wenn pflegebedürftige Senioren noch eingeschränkt mobil sind, können verschiedene Hilfsmittel die Sicherheit im Alltag deutlich erhöhen. So können beispielsweise an der Toilette, in der Dusche und neben dem Waschbecken Haltegriffe angebracht werden, die als Stütze dienen können. Auch die Anschaffung eines rutschsicheren Duschstuhls oder eines Badewannensitzes ermöglicht Pflegebedürftigen die selbständige Körperpflege. Bei stärkeren Einschränkungen der Mobilität erleichtern Toilettenstühle, Betteinlagen und ähnliche Pflegehilfsmittel die tägliche Hygiene.

Bei der Auswahl der Pflegeprodukte sollte berücksichtigt werden, dass sich die Haut mit zunehmendem Alter stark verändern kann. Häufig leiden Senioren unter sehr dünner und empfindlicher Haut, weshalb besonders milde Waschlotionen zum Einsatz kommen sollten. Gründliches Abtrocknen ist ebenfalls unerlässlich, damit es nicht zu Entzündungen oder Pilzinfektionen kommt. Außerdem sollte der Körper nach jedem Waschen mit einem rückfettenden Produkt eingecremt werden, damit sich der Pflegebedürftige in seiner Haut rundum wohlfühlt.

Bild: Bigstockphoto.com / Ocskay Bence