Trockene Haut richtig pflegen und reinigen

Wenn die Haut spannt, rau ist oder schuppt, ist ihre Schutzbarriere oft geschwächt. Die Schutzbarriere hält Wasser in der Haut und schützt sie vor Reizstoffen. Ist sie geschwächt, verliert die Haut mehr Wasser und reagiert empfindlicher auf Seife, Hitze und Reibung. Waschen Sie sich kurz mit lauwarmem Wasser und verwenden Sie wenig milden Reiniger. Cremen Sie die Haut danach regelmäßig ein.

Kurz und lauwarm waschen

Duschen oder baden Sie möglichst kurz und mit lauwarmem Wasser. Die American Academy of Dermatology empfiehlt eine Duschzeit von fünf bis zehn Minuten; für ein Vollbad nennt ein deutsches Positionspapier höchstens fünf Minuten. Beide Empfehlungen raten von langem, heißem Baden ab. Schaumbäder können die Haut zusätzlich reizen.

Verwenden Sie einen milden, nicht alkalischen Reiniger, zum Beispiel ein seifenfreies Waschprodukt. Starkes Schäumen ist kein Zeichen dafür, dass ein Produkt besser reinigt. Reiniger brauchen Sie vor allem dort, wo sich Schweiß, Schmutz oder Fett sammeln, etwa in den Achseln und Leisten. An anderen Körperstellen reicht häufig Wasser.

Tupfen Sie die Haut nach dem Waschen mit einem weichen Handtuch trocken, statt sie kräftig abzurubbeln. Tragen Sie anschließend eine Creme oder Salbe auf, solange die Haut noch leicht feucht ist. So lässt sich die Pflege gut verteilen.

Creme oder Salbe für trockene Haut

Bei trockener Haut sind Cremes und Salben häufig geeigneter als leichte Lotionen. Je trockener die Haut, desto reichhaltiger darf die Pflege sein. Wählen Sie die Pflege auch danach aus, an welcher Körperstelle Sie sie verwenden und wie gut Sie sie vertragen. Eine sehr fettige Salbe ist nicht an jeder Stelle angenehm oder nötig.

Bei trockener Haut werden Glycerin und Harnstoff eingesetzt. Auch Hyaluronsäure, Dimeticon und Vaseline gehören zu den verwendeten Inhaltsstoffen. Diese Stoffe helfen der Haut, Feuchtigkeit zu halten oder ihre Schutzbarriere zu stärken. Harnstoff, auch Urea genannt, ist ein verbreiteter Pflegebestandteil. Auf empfindlichen oder rissigen Stellen kann er jedoch unangenehm brennen. Wenn ein Produkt wiederholt sticht, brennt oder die Haut deutlich reizt, setzen Sie es ab und wählen Sie eine besser verträgliche Pflege.

Tragen Sie die Pflege regelmäßig auf, besonders nach dem Waschen und Duschen. In einer kontrollierten Studie testeten 80 Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer trockener Haut fünf Pflegeprodukte. Sie trugen die Produkte vier Wochen lang zweimal täglich auf. Die Beschwerden besserten sich bei allen Produkten, und keines war den anderen überlegen. Wählen Sie daher ein Produkt, das Sie gut vertragen, und verwenden Sie es regelmäßig. Die Ergebnisse gelten für die untersuchten Produkte und Teilnehmenden, nicht automatisch für jede Haut.

Reizfaktoren im Alltag verringern

Langes oder heißes Duschen trocknet die Haut zusätzlich aus. Häufiges Waschen und stark entfettende Seifen tun das ebenfalls. Auch Wasch- und Reinigungsmittel können sie reizen. Wenn Sie häufig mit Wasser oder solchen Mitteln arbeiten, schützen Handschuhe die Hände vor direktem Kontakt. Pflegen Sie sie danach trotzdem ein.

Duftstoffe, manche alkoholhaltigen Produkte und Retinoide, also Wirkstoffe aus der Vitamin-A-Gruppe, reizen bei einigen Menschen die trockene Haut. Wählen Sie bei empfindlicher Haut möglichst unparfümierte Pflege und probieren Sie neue Produkte vorsichtig aus. Eine Bezeichnung wie „geruchsneutral“ bedeutet nicht immer, dass ein Produkt frei von Duftstoffen ist. Achten Sie deshalb auf die Inhaltsstoffangaben, wenn Sie auf bestimmte Stoffe reagieren.

Kalte, windige Luft und trockene Heizungsluft können die Haut ebenfalls belasten. Raue oder enge Kleidung scheuert auf empfindlichen Stellen. Weiche, locker sitzende Kleidung und weniger direkte Heizungswärme helfen, solche Reize im Alltag zu begrenzen.

Wann trockene Haut ärztlich abklären lassen

Trockene Haut lässt sich oft mit schonender Reinigung und regelmäßiger Pflege beruhigen. Ärztlicher Rat ist sinnvoll, wenn die Beschwerden trotz dieser Maßnahmen anhalten, der Juckreiz Ihren Schlaf oder Alltag stört oder die Haut deutlich gerötet, entzündet oder schmerzhaft ist. Lassen Sie auch tiefe, offene oder blutende Risse und Wunden abklären.

Nässende Stellen, Eiter, gelbliche Krusten, Schwellung oder auffällige Wärme können auf eine Infektion hindeuten. Suchen Sie damit ärztlichen Rat. Risse unterbrechen die Schutzbarriere der Haut und erleichtern Keimen das Eindringen.

Starke Trockenheit, die anhält oder neu auftritt, kann auch andere Ursachen haben. Sie kann etwa mit einem Ekzem, Schuppenflechte, einer anderen Erkrankung oder bestimmten Arzneimitteln zusammenhängen. Aus trockener Haut allein lässt sich keine dieser Ursachen ableiten. Eine ärztliche Untersuchung hilft, die Ursache zu finden.