Arganöl für die Haare richtig anwenden

Für mehr Glanz oder weicheres Haar reicht meist wenig Arganöl. Verteile es vor allem in den Längen und Spitzen. Feines, glattes Haar braucht weniger Öl als trockenes, kräftiges oder lockiges Haar.

Arganöl ist ein Pflegeöl für die Haare. Es kann das Haar glatter aussehen lassen. Eine dauerhafte Reparatur ist jedoch nicht belegt. Eine wissenschaftlich geprüfte Dosierung gibt es nicht. Entscheidend ist, wie dein Haar auf die verwendete Menge reagiert.

Wie viel Arganöl reicht?

Beginne mit weniger, als du für nötig hältst. Bei feinem Haar kannst du für ein glänzendes Finish mit einem Tropfen beginnen. Verreibe das Öl zwischen den Handflächen und streiche damit sparsam über die Längen oder Spitzen. Bei Bedarf kannst du eine kleine Menge ergänzen.

Für eine Pflege vor der Haarwäsche empfiehlt die Cleveland Clinic als allgemeine Orientierung eine erbsengroße Menge Haaröl; für Arganöl wurde diese Dosis nicht eigens geprüft. Dickes, trockenes oder lockiges Haar braucht oft mehr als feines, glattes Haar. Schau, wie dein Haar aussieht und sich anfühlt: Es soll gepflegt wirken, nicht ölig oder strähnig.

Arganöl in Längen und Spitzen

Gib Arganöl hauptsächlich in die mittleren Längen und Spitzen. Dort sind die Haare oft trockener oder stehen leichter ab. Für ein leichtes Finish reicht es, die Partien zu behandeln, die stumpf oder spröde wirken.

Lass den Ansatz zunächst aus. Öl nahe der Kopfhaut lässt feines Haar schneller fettig aussehen und ist für eine normale Haarpflege nicht nötig. Bei Leave-in-Produkten, also Pflege, die im Haar bleibt, empfiehlt die American Academy of Dermatology ebenfalls, das Produkt im Haar statt auf der Kopfhaut zu verteilen.

Arganöl als Finish

Für ein glänzendes Finish kannst du eine kleine Menge in trockenes Haar streichen. Verteile das Öl zuerst gut in den Händen und fahre dann mit den Fingern über die Spitzen. So landet weniger Öl an einer Stelle.

Leave-in-Pflege lässt sich gleichmäßiger verteilen, wenn das Haar noch leicht feucht und handtuchtrocken ist. Die Empfehlung bezieht sich auf Leave-in-Pflege allgemein; für reines Arganöl wurde das nicht eigens untersucht. Wenn du Arganöl auf feuchtem Haar verwendest, beginne ebenfalls sparsam und prüfe nach dem Trocknen, ob die Menge ausreicht.

Reines Arganöl ist kein verlässlich ausgewiesener Hitzeschutz. Wenn du föhnst oder ein heißes Stylinggerät benutzt, verwende ein Produkt, das ausdrücklich als Hitzeschutz gekennzeichnet ist.

Arganöl vor der Haarwäsche

Als auswaschbare Pflege kannst du Arganöl sparsam auf trockenes Haar geben und von der Mitte bis in die Spitzen verteilen. Lass es 20 Minuten bis eine Stunde einwirken und wasche das Haar anschließend gründlich. Die Cleveland Clinic nennt diese Einwirkzeit für Haaröle allgemein; eine optimale Einwirkzeit speziell für Arganöl ist nicht belegt.

Diese Anwendung passt besonders, wenn dein Haar nach einem Leave-in-Finish schnell strähnig wirkt. Du kannst das Öl auch nur auf die Spitzen geben, statt das gesamte Haar zu behandeln. Einmal pro Woche ist ein möglicher Rhythmus für Haaröle, für Arganöl gibt es jedoch keinen festen Zeitplan.

Wann Arganöl das Haar beschwert

Feines, glattes Haar wird durch zu viel Öl schnell platt oder fettig. Dasselbe passiert, wenn du Öl am Ansatz verteilst oder wiederholt nachlegst, bevor du siehst, wie das Haar auf die erste Menge reagiert. Es gibt keine feste Menge, ab der Arganöl für jedes Haar zu viel ist.

Wirkt das Haar nach der Anwendung strähnig, nimm beim nächsten Mal weniger und konzentriere dich auf die Spitzen. Du kannst Arganöl auch nur vor der Haarwäsche verwenden und danach auswaschen. Kräftiges, trockenes oder lockiges Haar verträgt oft mehr Öl; entscheidend ist, wie dein eigenes Haar darauf reagiert.

Kopfhaut und Pflegegrenzen

Arganöl muss nicht routinemäßig auf die Kopfhaut. Bei öliger Kopfhaut oder Schuppen ist besondere Zurückhaltung sinnvoll, denn übermäßige Ölpflege kann seborrhoische Dermatitis, eine entzündliche Hauterkrankung, verschlimmern. Bei anhaltenden Beschwerden solltest du medizinischen Rat einholen.

Es gibt keine belastbaren klinischen Belege dafür, dass Arganöl das Haarwachstum fördert. Eine systematische Übersichtsarbeit zu Argan-, Rizinus- und Kokosöl fand keine signifikante Evidenz dafür, dass Arganöl das Wachstum fördert oder die Haarqualität verbessert. Versuche im Labor mit einzelnen Haarsträhnen deuten auf mögliche Wirkungen hin. Sie belegen aber weder eine dauerhafte Reparatur noch eine optimale Anwendung im Alltag.