Arganöl fürs Gesicht: Für wen es passt

Arganöl kann trockene Haut geschmeidiger machen, die sich oft gespannt anfühlt. Als zusätzliche Pflege versorgt es die Haut mit Fett. Bei fettiger oder zu Akne neigender Haut ist unklar, wie Arganöl wirkt. Die Studien untersuchten fertige Cremes mit Arganöl; reines Arganöl wurde nicht untersucht.

Ob Ihre Haut Arganöl verträgt, zeigt sich an ihrer Reaktion. Ein besonderer Nutzen gegen Akne, Falten oder Hautkrankheiten ist nicht belegt.

Was Arganöl für die Haut tut

In Kosmetik dient Arganöl vor allem dazu, die Haut zu pflegen und ihr Fett zuzuführen. In einer Studie mit 60 Frauen nach den Wechseljahren veränderten sich nach 60 Tagen die gemessene Hautfeuchtigkeit und der Wasserverlust. Dafür trugen die Teilnehmerinnen das Öl auf die Unterarme auf. Daraus lässt sich nicht sicher ableiten, wie das Öl im Gesicht oder bei anderen Hauttypen wirkt. Ein Teil der Teilnehmerinnen trank außerdem Arganöl. Deshalb lässt sich nicht genau sagen, welchen Effekt das Auftragen allein hatte.

Bei trockener Haut kann Arganöl eine Ergänzung sein, ersetzt aber nicht jede Feuchtigkeitspflege. Ein Öl versorgt die Haut vor allem mit Fett. Wenn Ihre Haut sich nach dem Waschen trocken anfühlt, können Sie es zusätzlich zu einer Creme verwenden.

Für welche Hauttypen Arganöl passt

Trockene oder spannende Haut kommt für einen Versuch am ehesten infrage. Arganöl kann ein geschmeidigeres Hautgefühl unterstützen. Die Studienlage bleibt jedoch begrenzt und lässt sich nicht direkt auf jedes Gesicht übertragen.

Normale Haut kann Arganöl ebenfalls verwenden, wenn Sie ein ölhaltiges Pflegegefühl mögen. Ein besonderer gesundheitlicher Vorteil gegenüber anderen Pflegeprodukten, die Sie gut vertragen, ist nicht belegt.

Mischhaut oder fettige Haut können Arganöl vorsichtig testen. Eine kleine Studie mit 20 Personen untersuchte eine Creme, die Arganöl mit Sägepalmenextrakt und Sesam kombinierte. Nach vier Wochen maßen die Forschenden weniger Talg und eine kleinere Fläche mit sichtbarem Ölglanz. Da die Studie keine Kontrollgruppe hatte und mehrere Inhaltsstoffe eingesetzt wurden, lässt sich der Effekt nicht Arganöl allein zuschreiben. Testen Sie bei glänzender Haut zunächst eine kleine Menge und lassen Sie das Öl weg, wenn sich die Haut damit unangenehm fettig anfühlt.

Arganöl bei Akne

Arganöl ist keine belegte Aknebehandlung. In einer vierwöchigen Studie kamen Cremes mit unterschiedlichen Arganölanteilen zum Einsatz. Der Vergleich mit der Kontrollcreme ergab bei den abschließenden Gesamtbewertungen keinen statistisch bedeutsamen Unterschied; bei den Talgwerten blieb das Ergebnis ebenfalls uneindeutig. Die Untersuchung sagt zudem wenig darüber aus, wie reines Arganöl auf akneanfälliger Haut wirkt.

Wenn Sie zu Pickeln neigen, beobachten Sie nach dem Auftragen, ob sich neue Unreinheiten oder Reizungen zeigen. Die Bezeichnung „nicht komedogen“ bedeutet, dass ein Produkt Poren nicht verstopfen soll. Für Arganöl allgemein ist diese Eigenschaft nicht verlässlich belegt. Ersetzen Sie eine bewährte Aknebehandlung nicht durch das Öl.

Arganöl richtig anwenden

Tragen Sie zunächst eine kleine Menge Arganöl auf eine begrenzte Hautstelle auf. Wenn die Haut es gut verträgt, können Sie es als zusätzlichen Pflegeschritt nach der gewohnten Creme ausprobieren. Bei anhaltendem Brennen, Juckreiz, Rötung oder Schwellung setzen Sie es ab.

Arganöl bietet keinen nachgewiesenen Sonnenschutz. Verwenden Sie tagsüber weiterhin ein geeignetes Sonnenschutzmittel. Es gibt auch keine ausreichenden Belege dafür, dass Arganöl Ekzeme, Rosazea oder Falten behandelt.

Verträglichkeit und Allergien

Kosmetische Produkte mit Arganöl wurden in Sicherheitsprüfungen meist gut vertragen. Eine solche Bewertung schließt einzelne Unverträglichkeiten jedoch nicht aus. In einzelnen Fallberichten wurden allergische Hautreaktionen nach Kontakt mit Arganöl beschrieben. Außerdem ist eine schwere allergische Reaktion nach Kontakt mit Pflegeprodukten bekannt, die Arganöl enthalten. Wie häufig solche Reaktionen auftreten, ist nicht bekannt.

Wenn Sie bereits auf Arganöl reagiert haben, verwenden Sie es nicht erneut. Bei starken oder rasch zunehmenden Beschwerden, etwa einer Schwellung, holen Sie medizinische Hilfe.